[ Reisebericht ] [ Fotogalerie ] [ Ausrüstungsliste ] [ Files ]
Winter in Rumänien

Eine Wintergeschichte aus den Karpaten

Wie man auf die Idee kommt im Winter in Rumänien durch die Karpaten zu laufen, weiß ich nicht mehr. Irgendwann hat sich dann eine kleine Gruppe gefunden, die willens war das mitzumachen. Berna, Alexander, Roland, Angie und Frank.

Für die Recherche, wo es möglich sein könnte, haben wir direkt aus Russland alte topographische Militärkarten besorgt. So suchten wir uns einen Ausläufer der Ostkarpaten aus, der nicht all zu hoch war und mehrere Aufstiege aus der Hauptroute bot. Das Muntii Rodna Gebirge.

Nach ein paar Schneeschuhwanderungen am Ötscher haben wir schnell geeignete Schuhmodelle gefunden, die auch hochgebirgstauglich waren. Der Rest der Vorbereitungen bestand aus Fahrradfahren bei satten Minusgraden, Übungen mit GPS, Karte und Kompass und viel Schnaps trinken.

Die Anreise in Rumänien war dann pünktlich 2 Tage vor Weihnachten bei unserem Freund Dimmi in Kalinesch einem klitzekleinen Dorf ohne feste Straßen mitten im Nirgendwo. Dort suchte er uns einen Fahrer, der uns auf der Passstraße zum Brislop Pass absetzte. Für ein rumänisches Monatsgehalt fand sich schließlich jemand.

Am Nachmittag bei starkem Wind und dunkelgrauem Himmel schnallten wir uns die Schuhe an und gingen los. Gleich in dieser Nacht fiel das Thermometer auf -25 Grad. Am 2 Tag hatten wir den Hauptanstieg bereits überwunden und uns erwischte auf 2200m ein heftiger Schneesturm, der jedes Weiterkommen unmöglich machte. War das bereits das Ende der Tour? Wir fanden schließlich einen verlassenen Unterschlupf und schlugen dort in einem Holzstall unsere Zelte auf Bild anzeigen. Der Wind gab nicht nach und wir hatten Mühe die Zelte aufzustellen. Es gab auch bereits die ersten Materialschäden. Die Plastikaufnahmen für das Zeltgestänge sprangen auseinander wie Porzellan. Ein Thermoskanne nahm bereits am Morgen schon Reißaus und Berna wurde mehrfach vom Wind einfach umgeblasen.

Willkommen in den Karpaten im Winter.

Am nächsten Tag überraschte uns dann strahlendblauer Himmel Bild anzeigen, angenehme minus 15 Grad und eine Märchenlandschaft. Der Wind hatte über Nacht überall wunderschöne Formen in den Schnee gefräst. Nach einem ausgiebigen Frühstück (gefrorenes Schwarzbrot mit vereister Majo und Tomatenmark drauf), machten wir uns auf den Weg und es lagen drei weitere herrliche Tage vor unsBild anzeigen Bild anzeigen Bild anzeigen Bild anzeigen. Die Karpaten sind tatsächlich wild, einsam und – schluck - voller Bären und Wölfe. Das bestätigten zumindest die Spuren im Schnee.

 

 

 

In den nächsten Tagen laufen wir am Kamm entlang und ein Tag ist schöner als der andereBild anzeigen Bild anzeigen. Als wir zur Abzweigung gelangen, muss schließlich eine Entscheidung fallen; Gehen wir weiter  mit dem Risiko, dass uns das Gas ausgeht, oder nehmen wir den Abstieg ins Tal, um dort noch ein paar Tage in den Maramures zu verbringen. Wir entscheiden uns für den Abstieg. Auf der nächsten Tour werden wir sicher andere Brennstoffe ausprobieren. Gas ist unter -10 Grad völlig unbrauchbar.


Schnell erreichen wir die ersten SiedlungenBild anzeigen Bild anzeigen und wir stürzen uns gleich in das nächste Abendteuer; - Die Gastfreundschaft der rumänischen „Ureinwohner“Bild anzeigen Bild anzeigenTrotz Sprachproblemen wurden wir des Öfteren auf ein „Schwätzchen“ oder ein Glas Milch eingeladen. Schnaps vor dem schweren Frühstück, freundliche Menschen , Pferdekarren Bild anzeigen und immer noch satte Minusgrade auf dem Thermometer prägen unsere nächsten Tage. Neujahr verbringen wir schließlich am warmen Kachelofen bei Dimmi in Kalinesch an unserem Ausgangspunkt unserer Tour. Von dort ging es dann wieder zurück nach Hause Bild anzeigen

 

© Januar 2006 Frank Kern, Exped, Wien.
Layout und Umsetzung: Stefan Germershausen