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GuatemalaMexiko

 

 

Es war schon ein merkwürdiges Gefühl. Fast 8 Jahre nachdem ich für 10 Monate in Mexiko City gelebt habe, wieder an diesen Ort zurück zu kommen. Sofort sticht einem am Flughafen der typische Geruch der 20 Mio Metropole in die Nase. Und sofort sind viele Erinnerungen, die ich schon fast vergessen habe, wieder lebendig.

Mexiko gibt es wenn man so will viermal: das Land Mexiko, den Staat Mexiko City; die Stadt Mexiko City und Mexiko D.F. - die Innenstadt.

Ziel der Reise war die Ausgrabung Yaxchilán im Dschungel Mexikos an der Grenze zu Guatemala und Tikal, die legendäre antike Stadt der Maya zu besuchen. Alles andere wollten wir dem Zufall überlassen. Beim Besuch von Freunden im Zentrum der Stadt war plötzlich eine ganze Reisegruppe gefunden und wir machten uns auf nach San Cristóbal de las Casas in Chiapas Bild anzeigen Bild anzeigen Bild anzeigen.

San Cristóbal ist ein guter Ausgangspunkt für alle möglichen Ausflüge. Mann kann sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, ist schnell abseits von jeglichen touristischen Routen. Vorausgesetzt, man ist des Spanischen mächtig. Ab hier geht mit Englisch nichts mehr. Wir schlugen uns ,nach 2 herrlichen Tagen in dem Städtchen, weiter bis zur Grenze durch, vorbei an etlichen Militärkontrollen, bis zu einem kleinen Ort nahe der Grenze zu Guatemala. Früh am morgen heuerten wir ein Boot an und wurden auf dem Grenzfluss Usumacinta nach Yaxchilán gebracht. Die Anlage ist kaum besucht, und wir waren die einzigen. Der Wald war voller Brüllaffen, die Ruinen voller Spinnen und Fledermäusen und der Fluss voller Krokodile. Ein nettes PlätzchenJ Bild anzeigen Bild anzeigen Bild anzeigen

Am späten Nachmittag ging’s wieder zurück, und unsere kleine Gruppe trennte sich, denn e und ich wollten über den Fluss nach Guatemala. Es war schnell ein Boot gefunden, Bild anzeigen und es gibt selbst im kleinsten Nest eine Stelle, um seine Einreise zu registrieren. Der Empfang war ehr einschüchternd. Fast jeder trägt eine Waffe, die Menschen scheinen viel ärmer zu sein als in Mexico. Von hier aus bis Tikal sind es 6 Stunden Fahrt mit dem Bus. Allerdings kommt dieser nicht so oft. Wir hatten Glück. Ein paar Stunden später saßen wir im richtigen Fahrzeug nach Flores. Flores ist an sich eine netter Ort, allerdings ist dort auch der Sammelpunkt für alle Besucher von Tikal. Und das sind nicht wenige. Am nächsten Tag genossen wir die Palastanlage von Tikal Bild anzeigen. Es ist wirklich beeindruckend!!! Bild anzeigen

Unser nächstes Ziel ist el Peru eine vorperuanische Maja Ausgrabung mitten im Dschungel. Wir fuhren per Bus, dann per Pickup, dann ging’s zu Fuß weiter. Nach zwei Tagen nahm uns ein alter Lastwagen mit, vollgepackt mit Männern mit Macheten. Irgendwo hielt er an und erklärte uns in einem seltsamen Spanisch, dass es vom nächsten Dorf ein Boot nach al Peru geben soll. Die Straße hatten wir schon längst verlassen, und etwas unsicher machten wir uns also zu Fuß auf, das letzte Stück zu überwinden. Wir kamen in ein Dorf, das scheinbar noch nichts vom Rest der Welt mitbekommen hat. Die Kinder spielten alle nackt mit Pferden im Fluss, die Frauen trugen alle die gleiche Kleidung. Eine Gruppe Frauen stand unten am Fluss und wuschen Kleidung auf Steinen. Scheinbar interessierte sich niemand für uns, und wir setzten uns eine Weile hin und betrachteten die Idylle. Ein fettes Schwein, das sich direkt neben uns niederließ und kräftig furzte, holte uns auf die Erde zurück und wir versuchten mit spanisch uns das besagte Boot zu organisieren. Allerdings fand sich niemand, der spanisch sprach. Nach 2 Portionen leckeren Bohnen blieb uns nichts anders übrig, als uns auf einen Steg zu setzen, an dem möglicherweise ein Boot anlegen konnte, und zu warten. Und wir warteten, und warteten.

Plötzlich kommt Bewegung in die Sache. Ein Auto bringt Männer vom Feld ins Dorf, dabei ist auch Jose, der spanisch spricht. Es gibt ein Boot, aber ohne Motor. Es ist schon zu dunkel um zu fahren, aber vielleicht hat der Nachbar noch einen Motor. Der willigt schnell ein, und es findet sich auch jemand, der Benzin hat. Also los geht’s. Nach 45 min in einer kleinen Dschunke sind wir da. Es ist stockfinster, und Jose leuchtet den Pfad mit der Taschenlampe ab, damit wir die Schlangen erkennen. Wir kommen in ein Camp, in dem 2 Wildhüter wohnen. Dort bleiben wir mit Jose, und wir schlagen unser Zelt auf. Eine spannende aber ruhige Nacht wartete auf uns.

Am nächsten Tag laufen wir durch dichten Regenwald, sehen riesige Papageien und einmal sogar einen Panther. Allerdings nur als Schatten. Die Ausgrabungsstätte ist eigentlich kaum noch zu erkennen. Alles sieht allerdings sehr, sehr alt aus. Es liegen überall Steine umher, die früher einmal zu irgendeinem Gebäude, Altar oder zu Kultgegenständen gehörten.

Nach einem weitern Tag im Regenwald verlassen wir auf dem gleichen Weg wie wir gekommen sind Guatemala. Mit viel Geduld, viel Glück, und vielen tollen Eindrücken. Noch ein wenig schnorcheln in der Karibik (herrlich) Bild anzeigen, und ein Abstecher durch Yucatan und schon sind wir wieder in Mexico City, von wo wir die Heimreise antreten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© Januar 2006 Frank Kern, Exped, Wien.
Layout und Umsetzung: Stefan Germershausen